Nov 29

Die grossen Internet-Player setzen vermehrt auf Cloud Computing, z. B. Microsoft mit Windows Azure oder Google mit Chrome OS. Sie bauen dafür immer mehr Rechenzentrumskapazitäten weltweit auf, um Firmen zum Outsourcing ihrer IT zu bewegen oder Anwender zum Arbeiten im Internet statt auf dem Rechner vor Ort. Selbst die Spieleschmieden setzen auf Cloud Computing in der Form, dass Spiele in Zukunft nicht mehr auf dem PC oder der Konsole laufen sondern im Internet. Die Frage ist, ob man seine Daten den grossen Playern überlässt. Wenn es sich für Firmen rechnet wird der Trend sich fortsetzen, auch da ohne die grossen Player kein Vorwärtskommen mehr sein wird!?

 

18.11.2009 Frank-Michael Schlede

Immer wenn es heute darum geht, wie die Dienste und Geschäfte einer IT-Abteilung zu regeln sind, werden die IT-Verantwortlichen und ihre Gesprächspartner ein Thema kaum vermeiden können: die sogenannte Cloud oder das Cloud-Computing. Dabei wird es aber jedem Profi klar sein, das ein simples „Verschieben der Dienste“ ins Netz keine Lösung sein kann – ein Einschätzung, die wir in einem Interview mit dem CEO eines Anbieters von Paketen zur Netzwerk- und Inhaltssicherheit bestätigt bekamen.

Kürzlich hatte das Team von tech-test.de die Gelegenheit, bei einem Termin in München Walter Scott, den CEO (Chief Excecutive Officer) der Firma GFI, zu treffen. Vielen IT-Profis wird die Softwarefirma GFI vor allen Dingen noch von ihren Fax-Servern her bekannt sein, aber das Portfolio dieses Anbieters hat sich in der Zwischenzeit doch deutlich weiterentwickelt:

So versteht man sich – nach eigener Beschreibung – heute vor allen Dingen als ein Anbieter, der Lösungen in den Bereichen Netzwerk- und Inhaltssicherheit sowie ganz allgemein Kommunikation bereitstellt. Walter Scott, der Chef dieses Unternehmens, ist kein unbeschriebenes Blatt in der IT-Branche: Als früherer CEO von Acronis, eine Firma die vielen Anwendern allein durch ihre Software True Image bekannt sein dürfte, war schon zuvor im Softwaregeschäft tätig. Davor konnte er sehr erfolgreich die Firma Imceda Software (die sich mit Backup- und Recovery-Werkzeugen für Microsofts SQL Server beschäftigte) an Quest Software verkaufen.

Und mit Zu- und Verkäufen ist er auch heute noch beschäftigt, allerdings ist es mittlerweile seine Firma GFI, die andere Softwareanbieter aufkauft und in den eigenen Betrieb integriert. War es im Sommer erst der Remote-Monitoring und Remote-Management-Spezialist „HoundDog“, so konnte er bei diesem Treffen mit Katharion über eine weitere Softwarefirma berichten, die von seiner Firma übernommen wurde.

So bezog sich dann auch ein Teil des Gesprächs auf einen dieser Käufe, nämlich auf Katharion. Laut Scott passt diese Firma nahezu perfekt zu den Produkten, die GFI bisher schon vertreibt: Die Bereich E-Mail-Filtern und Sicherheit für Netzwerke werden auf den Servern der Anwender bereits durch Lösungen von GFI abgedeckt. Mit dem Kauf von Katharion kommen nun Lösungen hinzu, die das sogenannte „host-based filtering“ der E-Mails erlauben.

Genau in diesem Zusammenhang drehte sich das Gespräch dann in eine Richtung, die unweigerlich die Begriffe „Cloud“ und Cloud-Computing beinhalten musste. Zunächst einmal hatten wir aber zu klären, wie die Firma denn den gern zitierten Mittelstand definiert, in dem sie nach eigenen Angaben ihr ausgewiesenes Marktsegment sieht. Walter Scott nannte ein Firmengröße von 500 Mitarbeitern und mehr, wenn es um seine Definition von „Small and Medium Business“ geht.

Damit liegt er mit seiner Definition sicher über der vieler kleinerer Firmen, die sich gerade in Deutschland selbst durchaus zum Mittelstand zählen, hat aber auch eine Zielgruppe definiert, die ohne Zweifel eine professionell betriebene IT mit den entsprechenden Mitarbeitern ihr eigen nennt.

Cloud-Computing

Bildquelle: EDV Lexikon Neogrid

 

Auf der Frage ob sich GFI mit diesem neuen Bereich der gehosteten Lösung nicht selber Konkurrenz macht und sich der Geschäftsbereich seiner Firma „in die Wolke“ verschiebt, hatte Scott differenzierte Antworten zu bieten. So sieht seine Lösung für eine mittelständische Firma weder eine reine Hosting-Lösung noch eine ausschließliche Filterung der Nachrichten vor Ort vor.

„Im Idealfall kann eine Firma beide Ansätze nutzen – beispielsweise eine Anti-Spam-Appliance vor Ort im eigenen Rechenzentrum und zudem eine Filterung der Nachrichten durch einen entsprechenden gehosteten Dienst“, fasste er seine Vorstellungen zusammen. Dabei hob er die Vorteile der gehosteten Dienste hervor, die es nach seinen Aussagen den Unternehmen ermöglichen sollen, SPAM-Mails, die bei vielen Unternehmen nach den Erfahrungen von GFI bis zu 90 Prozent der Nachrichten ausmachen, schon auszufiltern, bevor sie überhaupt die eigene IT erreichen.

 

Walter Scott - CFO der Firma GFI

 

Er hob außerdem hervor, dass seine Firma für diese Dienste Rechenzentren direkt in Deutschland betreibt, denn „nur so können wir das Vertrauen unserer Kunden in derartige Lösungen gewinnen“. Schließlich war es Walter Scott in diesem Zusammenhang noch ein Anliegen, ein weiteres Werkzeug seiner Firma vorzustellen, das ebenfalls zum Umfeld der „Managed Services“ gehört.

Mit „GFI Max“ stellt der Anbieter ein Tool zur Verfügung, das primär für den Einsatz bei Anbietern von verwalteten IT-Dienstleistungen (MSP – Manged Service Provider), Support-Dienstleister und Valued-Added Reseller (VAR) gedacht. Diese aus der Übernahme der Firma „HoundDog“ stammende Lösung soll es dieser Gruppe von IT-Profis ermöglichen, die Ressourcen und Systeme ihrer Kunden weitaus besser und effizienter zu überwachen. So soll es möglich sein, beispielsweise auch möglich sein innerhalb dieses einen Werkzeugs so unterschiedliche Bereiche wie die Webseiten seiner Kunden aber auch deren RAID-Arrays, ISP-Anbindungen oder gar Niederlassungen in den Griff zu bekommen.

Wir werden dieses sehr interessante Werkzeug in naher Zukunft noch einmal genauer betrachten und dann in einem Praxisbericht auf tech-test.de darüber eingehend berichten.

 

geschrieben von Sternau \\ tags: , , , , , , , , , , , , , , , ,

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