Mai 31

Kritiker der AI wie u.a. Weizenbaum glauben in absehbarer Zeit nicht an die Machbarkeit der AI. Mit ELIZA hat er bewiesen, wie schnell die Leute Computer für intelligent halten.  Die Komplexität des menschlichen Gehirns sowie die äusserst hohe Differenzierbarkeit von Intelligenz machen es den heutigen Computern schwer. Menschliche Intelligenz beinhaltet neben der ungeheuren Vernetzung  der menschlichen Neuronen und des Lerneffektes, der immer mehr Verknüpfungen entstehen lässt auch Bereiche, die nur schwer von heutiger Hard- und Software bzw. künstlichen neuronalen Netzen abzubilden sind: Emotionale Intelligenz  und der Ursprung der Emotionen überhaupt und ihre Bedeutung für die Intelligenzkomponente, Bereiche der Kognition und Vorstellungskraft und des “Begreifens” in verschiedenen Kontexten, Intuition, laterales Denken, psychologische Effekte  oder Sinneswahrnehmung.

Fritz Rybka

Weiterhin bleibt die Sinnfrage der Intelligenz: Menschen müssen überleben, atmen, Nahrung aufnehmen, sich fortpflanzen oder benötigen Land, Unterkunft oder Bildung. Aus diesem Grund ist die menschliche  Intelligenz meist zielgerichtet, mit allen Vor- und Nachteilen. Warum sollte ein Computer intelligent sein, wenn der Mensch ihm nicht menschliche Motive wie zielgerichtetes Handeln beibringt? Ein Computer kann nicht sterben und hat keine echten  Grundbedürfnisse und (auch deswegen) keine Emotionen. Solange das der Fall ist wird er wenig Eigenbestrebung haben dazuzulernen oder etwas Neues zu entwickeln, es sei denn, man bringt es ihm bei. Ein weiteres Problem ist die Verknüpfung  der Informatik und der KI mit dem militärisch-industriellen Komplex vor allem in den USA. Die menschliche Intelligenz ist zielgerichtet und pervertiert gerne den “Sinn” der Intelligenz. Die Chance, die KI als Gegengewicht zu diesen Entwicklungen  heranzuziehen, um logischere Vorgehensweisen vorzuschlagen wurde wegen der Machtbestrebungen im Bereich Politik und Militär sowie Wirtschaft und Forschung zu wenig genutzt. Weizenbaum merkt an, dass in einer vernünftigen Welt  die Computer etwas langsamer wären, jedoch sinnvoller eingesetzt würden: für friedliche Zwecke und zum Wohle eines jeden.

Hinzu kommt, dass der Mensch in der Lage ist, holistische und ganzheitliche Denkansätze zu verfolgen. Vorreiter auf diesem Gebiet ist z.B. Fritjof Capra (z.B. Das Tao und die Physik). Computer verfolgen wie westliche Ansätze überhaupt im wesentlichen analytische Denkmodelle und setzen also hauptsächlich auf das “Ying” und vernachlässigen das “Yang”. Die Zusammenarbeit mehrerer Areale im menschlichen Grosshirn und die Verbindung der linken und rechten Gehirnhälfte bergen grosses Potential. Auf dieses Potential können Computer noch nicht zugreifen, es fehlt ihnen so zu sagen die rechte Gehirnhälfte für Emotionen, Begreifen ganzheitlicher Ansätze, Musik und Intuition usw. Erst wenn es gelingt, ähnliche komplexe Neuronale Strukturen in einer digitalen Abbildung oder einem genetischen Code künstlich zu erzeugen, werden wesentliche Fortschritte auf dieser Disziplin zu erwarten sein.

geschrieben von Sternau \\ tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

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